Pax-Christi-Kirche wird künftig von der rum-orthodoxen Gemeinde genutzt

Unterkirche bleibt als katholischer Gottesdienstort und Gedenkstätte für die Opfer von Gewalt erhalten


Im ganzen Bistum Essen sind gegenwärtig infolge wirtschaftlicher Zwänge Umstrukturierungsmaßnahmen notwendig geworden. Auch wir als Pfarrei St. Laurentius sind davon betroffen. Im Rahmen der Umsetzung des von unserem Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck bestätigten Votums zum Pfarrentwicklungsprozess freuen wir uns Ihnen mitteilen zu können, dass die Pax-Christi-Kirche weiterhin als Gottesdienststandort genutzt werden kann. So werden ab Oktober 2020 rum-orthodoxe Christen ihr neues Zuhause in der Pax-Christi-Kirche finden. In ökumenischer Verbundenheit ermöglicht die rum-orthodoxe Gemeinde uns als Pfarrei St. Laurentius und damit auch der Pax-Christi-Gemeinde die Nutzung der Unterkirche als Gottesdienst- und Gedenkstätte. Damit ist es uns mit Unterstützung des Bistums gelungen, die Kirche Pax Christi auch als Gedenkstätte für die Opfer von Gewalt mit ihrer besonderen Konzeption in theologischer, architektonischer und kunsthistorischer Hinsicht zu erhalten. Dennoch ergeben sich aus dieser Umnutzung Veränderungen, worüber viele auch traurig und wehmütig sein werden. Die wirtschaftlichen Zwänge im Bistum und die Finanzlage in unserer Pfarrei lassen jedoch keine Alternative zu.


Die rum-orthodoxen Christen waren bislang in der katholischen Kirche St. Ludgerus in Essen-Rüttenscheid beheimatet. Die rum-orthodoxe Kirche ist eine der ältesten christlichen Kirchen und führt ihre Gründung auf die Apostel Petrus und Paulus zurück. Sie gehört zur Familie der orthodoxen Kirchen und hat ihre Wurzeln im antiken Antiochia (heute Antakya in der Südosttürkei). Die Bezeichnung „rum“ steht für rhomaios und verweist auf die Oströmer bzw. Byzantiner, deren Position sich die Kirche in den theologischen Auseinandersetzungen der ersten Jahrhunderte angeschlossen hat. In Syrien bildet die rum-orthodoxe Kirche mit vor dem Bürgerkrieg rund 1,6 Million Gläubigen die größte christliche Konfession. In Deutschland wurde die erste rum-orthodoxe Gemeinde schon Ende der 1970er Jahre gegründet. Vor allem durch viele Geflüchtete ist die Zahl der bislang von der Gemeinde in Köln aus seelsorglich betreuten rum-orthodoxen Christinnen und Christen im Ruhrgebiet seit 2015 deutlich angewachsen. Seitdem konnte die Gemeinde mehrfach im Monat sonntagnachmittags die Kirche St. Ludgerus in Essen-Rüttenscheid nutzen, wo sich ein gutes Miteinander mit der katholischen Ortsgemeinde entwickelt hat, das auch bei uns weitergeführt werden soll.

 

Zu einem Infoabend laden wir Sie am Dienstag, 22. September 2020 um 19:30 Uhr in die Kirche St. Laurentius ein. Die Veranstaltung findet unter den gegebenen Corona-Schutzmaßnahmen statt. Eine Voranmeldung im Pfarrbüro ist erforderlich.
In einer feierlichen Vesper am Sonntag, 25. Oktober 2020 um 17 Uhr heißen wir gemeinsam mit dem für Ökumene zuständigen Weihbischof Wilhelm Zimmermann die rum-orthodoxen Christen im Beisein ihres Bischofs Dr. Isaak Barakat und von Pfarrer Dr. Elias Esber willkommen. Auch wenn bei dieser Feier angesichts der Corona-Pandemie nur sehr wenige Mitglieder unserer Pfarrei persönlich mit dabei sein können, hoffen wir doch, dass dies der Auftakt für ein nachbarschaftliches und geschwisterliches Miteinander zwischen der rum-orthodoxen Gemeinde und unserer Pfarrei St. Laurentius ist, das unser Glaubensleben gegenseitig bereichert.

Dr. Andreas Geßmann
Pfarrer

Peter Loll
Vorsitzender des Pfarrgemeinderates

Michael Filthaut

stellv. Vorsitzender des Kirchenvorstands