Der heilige Josef

19. März



Heute ist der Tag des heiligen Josef. Josef stammt aus königlichem Geschlecht. Er ist ein Nachfahre des Königs David. Er war ein Künstler, ein Zimmermann, der seine Arbeit liebte. Gern stellte er Dinge aus Holz her oder restaurierte alte Dinge.

 

Er war verlobt mit Maria, so heißt es in dem heutigen Evangelium in Mt 1,18. Und dann stellt sich plötzlich heraus, dass Maria schwanger ist. Welch eine Schande! Das kann doch wohl nicht angehen! „Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen.“ (Mt 2,19) So heißt es weiter im heutigen Evangelium. Doch dann geht es weiter: „Es erschien ihm der Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.“ (2, 20, 21) Josef träumt von einem Engel, der ihm sagt, bleib bei Maria. Sie bekommt ein Kind vom Heiligen Geist. Nenn den Jungen Jesus. Er wird die Menschheit erlösen. Hätte ich das geglaubt? Ich weiß nicht. Ich hätte wahrscheinlich gedacht, ich spinne. Aber dieser tiefgläubige Mann glaubt dem Boten Gottes und befolgt seine Anweisung. Er nimmt Maria zu sich. Die beiden gehen in seine Heimatstadt Bethlehem, wo Jesus in einem armen Stall als Flüchtling geboren wird. Später, nach ihrem Exil in Ägypten, gehen sie nach Nazareth, wo Josef seine Werkstatt eröffnet, in die Jesus als junger Mann dann mit einsteigt.

 

Josef, ein Mann, von dem kein einziges Wort im Evangelium überliefert wird; ein Mann der dennoch durch seinen einzigartigen Glauben hervorsticht; ein Mann, der bedingungslos hinter seiner Frau Maria steht und all ihre Entscheidungen mitträgt; ein Mann, von dem wir diese tiefe Glaubensbereitschaft lernen können.

 

Vertrauen und Glauben ist gerade in diesen Tagen der Corona-Pandemie so wichtig. Vertrauen und Glauben hilft uns, nicht in erster Linie auf leere Regale, auf geschlossenen Geschäfte, innere Unzufriedenheit und Verwirrtheit zu schauen, sondern in erster Linie unseren Blick auf das Kreuz zu richten, an dem Jesus, der alles Böse und Kranke dieser Welt auf sich genommen hat, um uns alle zu erlösen und befreien. Und wenn wir durch seine Augen die heutige Situation betrachten, bekommen wir neuen Mut und können so anderen Menschen Mut zusprechen und ihnen weiterhelfen.

Herr Jesus Christus,                                                                                                          
du hast uns heute den heiligen Josef vor Augen geführt. Er hat uns gezeigt, was es bedeutet, dir bedingungslos zu glauben und zu vertrauen. Dadurch konnte er Maria zur Seite stehen, Jesus ein guter Vater und uns ein großes Vorbild sein. Schenke uns, Herr, auch dieses tiefe Vertrauen und diesen festen Glauben. Amen.  

 

Andrea Korte