Herzliche Einladung zur Eröffnung der Fotoausstellung von Olaf Eybe

Orte der Erinnerung

Gegen menschenverachtende Ideologien



Im Rahmen der Veranstaltung „Impulse am Freitagabend“ wollen wir die beeindruckende und gegen das Vergessen anregende Fotoausstellung von Olaf Eybe eröffnen.

An diesem Abend erwartet Sie folgendes Programm:

  • Begrüßungsreden
  • Iwona Bialek singt Lieder in Polnisch, Jiddisch und Hebräisch.
  • Olaf Eybe gibt Erläuterungen zu seinen Fotos.
  • Gang durch die Ausstellung.

 
Bitte helfen Sie mit, die geltenden  Corona-Schutz-Regeln einzuhalten. Deswegen bitten wir Sie unter anderem sich frühzeitig im Pfarrbüro von St. Laurentius entweder telefonisch (0201-5147403) oder per Mail (St.Laurentius.Essen-Steele@bistum-essen.de) anzumelden.

Die Ausstellung ist vom 19. September bis zum 9. Oktober 2020, jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet (ausgenommen gottesdienstliche Feiern). Führungen für Gruppen und Lesungen mit Olaf Eybe sind auf Anfrage möglich.

Zum Künstler

Der Kommunikationsfachmann, Historiker und Fotograf Olaf Eybe ist seit vielen Jahren auf Spurensuche an Gedenkorten in Osteuropa. Sein Schwerpunkt ist dabei die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus. In der Ausstellung zeigt er Fotos aus Auschwitz und Babyn Jar in Kiew, einem Ort, an dem eine der größten Massenerschießungen des Zweiten Weltkriegs stattfand. Olaf Eybe geht mit seiner Kamera schmerzhaft nah an die Objekte heran, um ihren verborgenen Details auf den Grund zu gehen. Wo genau die Nahaufnahmen entstanden sind, zeigen Bilder in kleineren Formaten. So enthüllen die Aufnahmen ihren historischen Kontext. Gleichzeitig wirken sie auf künstlerischer und emotionaler Ebene. Für den Essener ist aufgrund der Geschichte die Forderung der Überlebenden „Nie wieder Faschismus – nie wieder Krieg!“ zum wichtigen Leitmotiv geworden. Schon daher nimmt er in seinen Fotos und Texten eine klare Position gegen neue und alte rechtsradikale Tendenzen in unserer Gesellschaft ein.

Zu den Veranstaltern

Die Ausstellung ist eingebettet in die Aktivitäten der Regionalen Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien in NRW e.V. (RAA) und des Arche Noah Projektes. Das Arche Noah-Projekt ist ein Gemeinschaftsprojekt des Initiativkreises Religionen in Essen (IRE), der Stadt Essen (Fachbereich Kommunales Integrationszentrum Essen) und weiterer Kooperationspartner für Frieden, Völkerverständigung, Toleranz und Respekt zwischen den Religionen und der kulturellen Vielfalt in unserer Stadt. Es steht gegen Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Rassismus und für ein friedliches Zusammenleben der unterschiedlichen Menschen und den  respektvollen Umgang mit anderen kulturellen Lebensweisen und Glaubensbekenntnissen. Der Dank der Veranstalter gilt  der Pfarrei St. Laurentius, die die wunderbaren Räumlichkeiten der St. Laurentius Kirche zur Verfügung stellt und wichtige  logistische Unterstützung leistet.

Die Veranstaltung wird unterstützt mit Mitteln des  Kulturamtes der Stadt Essen.


Beispiele aus der Ausstellung:

Denkmal am Sammelpunkt Bayn Jar
Denkmal am Sammelpunkt Bayn Jar
Endstation, Ausschwitz, Birkenau
Endstation, Ausschwitz, Birkenau
Erschießungswand, Ausschwitz Block 11
Erschießungswand, Ausschwitz Block 11

Auschwitz (1992)

Haaren wird heiß  
Nach so vielen Jahren  
Selbst Brillen verrotten  
Schuhe Koffer  
Schimmel frisst  
Fotos Dokumente  
Gilb nagt  
An der Geschichte  
Mit Tränen in den Augen  
Beschwört die Museumsdirektorin die Vergangenheit  
Auschwitz darf nicht sterben  
Um der Gestorbenen willen  
Doch wer zahlt den Erhalt des Monuments  
Die Mörder tot  
Oder Greise mit Blut an den Fingern  
Ohne genug Geld in den Taschen  
Was ist mit den Erben  
Sie trifft keine Schuld  
Was ist mit uns  
Warum uns strafen  
Ist es Strafe Vergangenheit wachzuhalten  
Vergessen wird noch früh genug

Olaf Eybe

Viele Züge fuhren nach Ausschwitz

Heute auf dem Weg nach Ausschwitz
Erinnerungen an Fotografien
Mit umfunktioniertem Viehwaggons
Der Zug langsam und voll
Den Ort gibt es nicht wirklich
Heute heißt er Oswiecim
Das Vernichtungslager gibt es wirklich
Heute ähnelt es einem Erholungsheim
Die vielen Busse davor
Die Schlange an der Andenkenbude
Die Anstecker an bunten Hemden
Die fröhlich wehenden Wimpel
Nur in einer unscheinbaren Ecke
Verfaulen längst welke Blumen
Trauernder
Oder
Sich solidarisch zeigender
Museumsbesuche

Olaf Eybe