Betriebswirtschaftliche Aspekte


Die katholische Kirche in Deutschland ist nicht arm. Im Bereich des Bistums Essen wird das Bistumsvermögen transparent (z.B. im Internet) dargestellt, die Haushalte der Kirchengemeinden liegen zur Einsichtnahme regelmäßig aus. Die Kirchensteuereinnahmen bleiben auf dem gleichen Niveau, da die geringere Katholikenzahl die Steuersteigerung pro Kopf kompensiert. Die Kosten steigen. Gleichzeitig steigen aber durch Lohnsteigerung und Inflation die Kosten u.a. für die Unterhaltung der pastoralen Gebäude.

Bis 2020 ist nach Angaben des zuständigen Dezernates des Bistums mit einem strukturellen Haushaltsdefizit von ca. 30 %, bis 2030 zwischen 40-50 % gegenüber 2015 zu rechnen. In absoluten Zahlen ausgedrückt bedeutet das - pro Jahr - ein Minus von 430.000 Euro in 2020 und circa 770.000 Euro in 2030. Angesichts dieser Zahlen sind Einsparungen notwendig. Die Finanzen der Pfarrei müssen auf eine dauerhaft solide Basis gestellt werden. Ziel ist ein jährlich ausgeglichener Haushalt.

Im Pfarreientwicklungsprozess gilt es allerdings, zunächst die pastoralen Herausforderungen wahrzunehmen und die Aufgabenschwerpunkte in inhaltlicher, seelsorglicher Hinsicht als Kriterien für die wirtschaftliche Planung ernstzunehmen und zu gewichten. Auf der Grundlage der erhobenen gesellschaftlichen und kirchlichen Daten sollen deshalb zunächst Leitsätze und Ziele entwickelt werden, die für die Gestaltung der Zukunft des kirchlichen Lebens in der Pfarrei maßgeblich sind.

Es wird eine Reduzierung des Personals erfolgen. Durch die normale Fluktuation (Renteneintritt) sind jedoch aus heutiger Sicht keine Maßnahmen zum Personalabbau erforderlich. Die Neubesetzung frei werdender Stellen ist zu überlegen.

Derzeit gibt es keine Pläne der Veränderung. Im Laufe der Zeit wird aber aufgrund der weniger werdenden pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bistum auch ein Rückgang in unserer Pfarrei zu erwarten sein, insbesondere wenn aus Altersgründen Personen aus dem aktiven Dienst scheiden. Für das pastorale Personal bedeutet es sicher, dass die praktische Arbeit sich verändern wird. Schon jetzt sind in vielen Bereiche der Seelsorge frühere Standards nur noch durch die tatkräftige Unterstützung pensionierter Priester zu erhalten.

Der Rückgang des aktiven pastoralen Personals betrifft alle Berufsgruppen (Priester, Diakone, Gemeinde- und Pastoralreferentinnen und -referenten). Am Beispiel der Berufsgruppe Priester lässt sich heute absehen: Im Jahr 2030 wird nur noch ein Priester (derzeit: vier) im aktiven Dienst für die gesamte Pfarrei tätig sein.

Aufgrund der Größe, der Bauweise und des derzeitigen Zustands der Bausubstanz müssen unterschiedliche Rücklagen für den dauerhaften Erhalt einer Immobilie im jährlichen Haushalt der Kirchengemeinde gebildet werden, um zukünftig notwendige Reparaturen finanziell abzusichern.

Nach dem heutigen Erkenntnisstand würden bei Beibehaltung der derzeitigen Struktur alle Rücklagen im Jahr 2020 aufgebraucht sein.